Wichtiger Hinweis:
Es wurde viel Sorgfalt darauf verwendet, die prophylaktischen und therapeutischen Empfehlungen dem derzeitigen Wissensstand entsprechend wiederzugeben! Trotzdem liegt es in der Verantwortung des Benutzers diese umzusetzen. Für Anwendung der Tipps und Dosierung der Arzneimittel kann keine Verantwortung übernommen werden.

Haben Sie Fragen zu Vorsorge, Diagnose und Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen auf langen Fahrten, stellen Sie diese mit Angabe Ihrer e-mail Adresse bitte hier:

Fragen

 

Frage:

 

Hallo Frau Dr. Heller,

durch einen Bekannten habe ich Ihre Adresse bekommen. Wir wollen 2010, spätestens 2011 mit unserem Boot auf die große Fahrt gehen.

Dieser Bekannte hat einen Vortrag von Ihnen zu diesem Thema gehört und sich einiges in Punkto Impfungen aufgeschrieben, zu dem ich aber noch ein paar Fragen habe. Einiges, wie Gelbfieber ist klar, aber wie lange hält die? In einigen Ländern darf die nicht mehr als 6 Monate zurückliegen..das wird nen Problem...

Aber:

Durch meinen Beruf als Krankenschwester habe ich die dreimalige Imfung von Hepatitis B bekommen, die letzte 1999. Muß ich die auffrischen? Mein Lebensgefährte muß die auf alle Fälle machen, das ist schon klar.

Malaria: ich habe mir vor ca 17 Jahren eine Malaria "eingefangen". Fieberschübe gingen aber immer "nur" über 24 Std. Seit einigen Jahren habe ich Ruhe, bis auf absoluite Streßaktionen. In die Tropen bin ich danach nur mit Chinin Tabletten (was nicht so toll ist, aber immer geholfen hat) gereist. Gibt´s da einen Tipp? Impfen kann man ja wohl auch heute noch nicht..oder?

Masernimpfung: Was ist wenn man als Kind Masern hatte? Test auf Antikörper?

Polio: als Kind Poliogeimpft.(Hab´s da schon nicht vertragen, nach Aussagen meiner Mutter), leider keine Unterlagen mehr darüber vorhanden. Nur noch die Narbe am Arm <gg>

Tetanus: diese Piekse sich am Besten nochmal kurz vor der Abfahrt holen? Hier in D wird man ja bei jeder "Kleinigkeit" gegen Tetanus geimpft, auch wenn das letzte Mal erst 2 Jahre zuvor stattfand.

Tollwut: ähmm... MUß das wirklich sein?

Auch schrieb der Bekannte, das man die, sich an Bord befindlichen, Medikamente von einem Arzt dokumentieren lassen sollte. Sorry, aber was ist mit denen die ich frei kaufen kann? In Spanien, wo unser Schiff liegt, kaufe ich auch Antibiotika frei. Auch andere Medi´s sind sicher an Bord, die nicht von einem Arzt rezeptiert (ausgestellt) worden.

Es sind viele Fragen, das weiß ich. Aber unser Hausarzt ist damit schlichtweg überfordert und ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.

mit freundlichen Grüßen

Elke L.

Antwort:

Vielen Dank für  ihr  Mail, ich hoffe Ihnen mit meinen Antworten weiterhelfen zu können.

 

Die Gelbfieberimpfung hält 10 Jahre, muss von einer autorisierten Impfstelle durchgeführt werden und wird im Internationalen Impfausweis dokumentiert, ist in manchen Ländern Einreisevoraussetzung, muss  mindestens 10 Tage vor Einreise in diese Länder durchgeführt werden, ist eine Lebendimpfung ( eine der letzten!!) und eine Einmalimpfung, wird gut vertragen.

 

Hepatitis B: hier sollten sie erst den Titer kontrollieren lassen. Falls aufgefrischt werden muss, bitte denken sie auch daran sich gegen Hepatitis A ( die Lebensmittelvariante) impfen zu lassen! Bzw. diese gesondert durchzuführen.

 

Malaria ist nach wie vor die problematischste Krankheit in den Tropen. Es gibt noch keine Impfung und keine richtige Prophylaxe, da immer mehr Mosquitos immun werden gegen unsere Malariamittel. Die  Resistenzlage wechselt ständig, sodass auch keine einheitlichen Empfehlungen zur Malariaprophylaxe gegeben werden können. Das Beste ist immer noch ein guter Mückenschutz und die Mitnahme eines Stand-By- Medikaments, welches für die jeweilige Region aus den WHO- Empfehlungen entnommen werden kann.

 

Masernimpfung: Test auf Antikörper ist sinnvoll, falls nicht vorhanden, unbedingt impfen!! Es ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten der Entwicklungsländer mit einem hohen Anteil an tödlichen Verläufen.

 

Polio: war früher eine Schluckimpfung, die wirklich schlecht vertragen wurde. Seit 1998 gibt es einen neuen Impfstoff, der gespritzt und gut vertragen wird. Bei uns ist Polio ausgerottet, in anderen Ländern wie Afrika jedoch nicht !! Das gilt auch für  Diphterie und Tetanus !! evtl. alles auffrischen lassen.

 

Tollwut: gilt in Deutschland als ausgerottet, woanders leider überhaupt nicht!! Die Krankheit ist immer tödlich, sollte die Person nicht geimpft sein, oder sofort nach einem tollwutverdächtigen Biss geimpft werden. Sollten sie an einem abgelegenen Ort von einem tollwütigen Tier gebissen werden, sollten sie das Impfserum zur Stelle haben, doch dies ist an manchen Orten eher schwierig, vor allem da dieses auch noch entsprechend gelagert sein muss, d.h. wenn sie kein Risiko eingehen wollen, lieber vorher impfen. Wird auch gut vertragen.

 

Medikamentenliste: sollten sie anlegen und von einem Arzt abstempeln lassen, da sie sonst in manchen Ländern Schwierigkeiten wegen dem Besitz zu vieler Medikamente bei der Ein-und Ausreise bekommen könnten.  Schön wäre auch der Zusatz, dass sie die Reiseapotheke für ihren persönlichen Bedarf brauchen, da sie längere Zeit auf See und auf sich gestellt sind. Vor allem die Schmerz- und Betäubungsmittel mit einbeziehen!! Z.B. Australien und Singapore sind da sehr pingelig!! Sollten sie einen Arzt an Bord haben, ist das alles kein Problem. Es geht dabei auch nicht um Rezptpflicht oder nicht, sondern nur um den B esitz der Medikamente und dass sie diese nicht an andere weitergeben.

 

Viele Grüße und viel Spass bei der Reise!

 

Dr. Kerstin Heller


Frage:
Wir, 55 und 65 Jahre alt werden in den Pfingstferien eine organisierte Reise nach Usbekistan antreten. Dort ist die medizinische Versorgung wohl sehr schlecht. Wir wohnen aber nur in großen Städten in guten Hotels. Was sollten wir in eine Reiseapotheke packen bzw. sonst noch an Medizin mitnehmen ?

Antwort:

Die medizinische Versorgung ist nicht in jedem Fall gewährleistet. Eigenes Verbandsmaterial und Wegwerfspritzen können sich als nützlich erweisen. Ernsthafte Verletzungen und Erkrankungen müssen ausserhalb Usbekistans behandelt werden.Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von  Medikamenten.Ansonsten sollten in ihrer Reiseapotheke Medikamente gegen Schmerzen, Fieber, Erkältungskrankheiten, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Allergie/ Juckreiz, Antibiotika gegen Infektionen der Atemwege, Harnwege, HNO, Darm, Haut, Kiefer/ Zähne sein. Außerdem Mückenschutz, Desinfektionsmittel und eine Wundsalbe.( Minimalausstattung!!)

Wegen der landesweiten Gefahr möglicher Infektionen ist auf eine sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene zu achten. Wasser, das zum Trinken, Zähneputzen oder zur Eiswürfelbereitung benutzt wird, sollte vorher abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden. Milch ist pasteurisiert, und Milchprodukte können ohne Bedenken verzehrt werden. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Der Genuss von Schweinefleisch, Salaten und Mayonnaise sollte vermieden werden. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.Eine schöne Reise, wünscht ihnen K.Heller

 

 

 

Frage:

Wir, das ist eine Familie mit einem 11- jährigen Sohn, wollen für ein Jahr aussteigen und in die Karibik segeln. Bei meinem Sohn und bei mir , ist der Blinddarm noch drin. Sollte man das vor Antritt der Atlantiküberquerung ( Zeitdauer ca. 3-4 Wochen ) ändern? Oder ist die Gefahr eines Problems doch eher gering ? Gibt es Medikamente die ein solches Problem hinauszögern könnten?

 

Antwort:

Fernreisende befürchten zurecht die Möglichkeit einer akuten Blinddarmentzündung, während sie sich gerade weitab eines modernen Krankenhauses aufhalten. Während unserer Weltumsegelung ist uns allerdings niemand begegnet, der wegen des Blinddarms ins Krankenhaus musste.

Dennoch ist eine Entfernung des Blinddarms ohne akute Erkrankung nicht zu empfehlen! denn nach jeder Operation besteht selbst bei optimaler OP-Technik ein gewisses Risiko von Verwachsungen im Bauchraum und damit der Entstehung eines Darmverschlusses.

Angesichts der heute zur Verfügung stehenden, hochpotenten Antibiotika, ist es bei rechtzeitiger Einnahme möglich, die Entzündung gut in den Griff zu bekommen.

Eine Schöne Reise wünscht ihnen K.Heller

Frage:
Seit längerer Zeit nehme ich Medikamente gegen Bluthochdruck, hohen Cholesterinwert und Durchblutungsstörungen ein. Ich plane eine längere Reise nach Afrika. Was muss ich beachten, wenn ich eine Malariaprophylaxe durchführen möchte?

Antwort:
Vor der Abreise sollten sie sich auf jeden Fall bei ihrem behandelnden Arzt erkundigen ob möglicherweise Wechselwirkungen zwischen der für ihr Reisegebiet geeigneten Malariaprophylaxe und ihrer regelmäßigen Medikation bestehen. Beachten sie die Resistenzen in den Malariagebieten. Lassen sie sich bei einem Tropeninstitut über den aktuellen Stand beraten (Adressen unter http://www.dtg.org/institut.html . Führen sie die Menge der mitgeführten und erforderlichen Medikamente auf und lassen sie sich dies offiziell von ihrem Arzt bestätigen, so dass sie das Formular im Bedarfsfall bei einer Zollkontrolle vorlegen können. Sie können auch Medikamente im Reiseland beziehen. Oft ist das günstiger, aber die Sicherheit der Wirkung des Medikaments ist nicht immer gewährleistet. Lagerung in Hitze und Sonne können die Wirksamkeit herabsetzen.
Eine Schöne Reise wünscht ihnen K.Heller

Frage:

Unsere Tochter geht für 10 Monate nach Australien und ist auf zwei Medikamente angewiesen: Allergietabletten(Loratadin10mg) Kortisonsalbe(Mometasonfuroat1mg).Kann man diese Medikamente nach Australien einführen und in welcher Menge


Antwort:

Ihre Tochter kann mit Rezept oder ärztlichem Attest beide Medikamente nach Australien einführen. Eine Begründung, warum ihre Tochter diese Medikamente einnehmen muss und eine Bestätigung für den persönlichen Gebrauch ist auch von Vorteil.Alles von Ihrem behandelten Arzt unterschrieben und abgestempelt. Eine Übersetzung ins Englische vereinfacht es ebenfalls. Die Menge sollte auf die Dauer des Aufenthalts abgestimmt sein.

Viel Spaß in Australien, wünscht Ihnen Dr. Kerstin Heller

 

 

FORMULAR